Rechtschreibtipps von Lisa Walgenbach

Lisa Walgenbach - Rechtschreibtipps

„Imehl“ wird’s nicht geschrieben 😉 „Email“ aber auch nicht…

In vielen geschriebenen Interviews steht eine dieser Varianten: E-mail, e-Mail, E-Mail, e-mail oder email. Aber wie lautet die korrekte Schreibweise im Deutschen?

Von Lisa Walgenbach*, im Juni 2017

Die orthographische Phantasie kennt kaum Grenzen, wenn es auf deutschen Visitenkarten darum geht, die Kurzform von Electronic Mail (zu Deutsch: elektronische Post) anzugeben. Dabei lautet die einzig korrekte Schreibweise im Deutschen E-Mail – aus folgenden Gründen:

In Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben muss zwischen dem Einzelbuchstaben und der übrigen Zusammensetzung ein Bindestrich gesetzt werden (analog zu B-Probe, U-Bahn, T-Shirt etc.). Da es sich bei dem Grundwort Mail (zu Deutsch: die Post) um ein Substantiv handelt, ist dieses großzuschreiben.

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Rechtschreibung: Immer an die Regeln halten (Foto: Gina Sanders/Fotolia)

Das weibliche Genus

Darüber hinaus sind viele Schreibende unsicher hinsichtlich des Genus von E-Mail. Bei der Artikelbestimmung von Fremdwörtern erweist sich folgendes Verfahren als hilfreich: Stammt das Wort aus einer Fremdsprache, die – wie das Englische – für alle Substantive einen einheitlichen Artikel vorsieht, der das Genus nicht anzeigt, erhält es den Artikel, den seine deutsche Übersetzung kennzeichnet. Da das deutsche Wort für Mail weiblich ist (die Post), ist der das weibliche Genus kennzeichnende Artikel die korrekt, also die E-Mail.

Ausnahme bestätigt die Regel

Im süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Sprachraum ist es verbreitet, das Wort E-Mail in Verbindung mit dem Artikel das zu verwenden, also das E-Mail. Die einschlägigen Wörterbücher tragen dieser Tradition Rechnung, indem sie ihn als Variante zulassen.

* Lisa Walgenbach ist eine der renommiertesten Rechtschreibexpertinnen Deutschlands. Ihre Seminare wurden bereits von mehr als 30.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen besucht.