Martin Scholz im Podcast, Teil 2, über seine WamS-Gespräche mit Weltstars

„Souveräne Interviewpartner wollen keine Fragen vorab.“

Martin Scholz von der Welt am Sonntag (WamS) interviewt seit vielen Jahren weltberühmte Persönlichkeiten. Vier pro Monat! Allein das Pensum ist unglaublich. Er leistet es mit Qualität. Was Qualität in Interviews für ihn bedeutet, erzählt er anekdotenreich in Teil 2 unserer 3-teiligen Podcastserie mit ihm. Klickt rein! (Der Player ist unter dem ersten Foto.)

Im Mai 2019 (doch zeitlos aktuell) 

Zunächst: Wer Interviews lesen möchte, die lange nach der Veröffentlichung noch lesenswert sind, ist mit Interviews des WamS-Interviewers Martin Scholz bestens bedient. Hier einige Beispiele (im Folgenden sind Interviews von Martin Scholz für die WamS und die Frankfurter Rundschau verlinkt): mit Schauspieler Robert Redford, Sänger Ed Sheeran, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Ex-US-Außenminister Colin Powell, UNO-Ikone Kofi Annan, mit den Hollywood-Stars Leonardo DiCaprio, Angelina Jolie und Jodie Foster, mit den Schriftstellern Paulo Coelho und Hakan Nesser sowie mit den Pop- und Rockstars Madonna, Bono und Sting. Die Aufzählung ließe sich fast endlos fortsetzen.

Martin Scholz - Interviews führen
Selfie von Ed Sheeran mit Interviewer Martin Scholz im Jahr 2017 in London (Foto: Privat)

“Absurdes Interview” mit Donald Trumps Ex-Beraterin

Im zweiten Podcast-Teil erläutert Martin Scholz gegenüber Alles-über-Interviews-Mitinitiator Mario Müller-Dofel, wie er weltbekannte Persönlichkeiten für seine Interviews gewinnt, wie er sich auf sie vorbereitet und wie er mit ihnen im Gespräch umgeht. Viele Interviews führt Martin Scholz am Telefon. Telefoninterviews seien leichter zu organisieren als persönliche Treffen. Allerdings könne man sich am Telefon auch leichter missverstehen.

Ein großes Missverständnis wäre beinahe ein Interview mit Omarosa Manigault Newman, einer ehemaligen Kommunikationsberaterin von US-Präsident Donald Trump, geworden. Im Podcast erzählt er, weshalb er bei ihr unangenehm unter Druck geriet ist und wie er publizistisch damit umging. In einer weiteren Anekdote geht darum, wie ein Doppelinterview mit den Schriftstellern John Irving und Günter Grass funktionierte. Per E-Mail!

Gespräch mit Steven Spielberg nach Fehlstart gerettet

Martin Scholz - Interviews führen
Martin Scholz 2015 in Berlin mit Steven Spielberg (Foto: Privat)

Zudem erzählt Scholz, wie ihm im Interview mit Steven Spielberg ein Fehlstart passierte, für den er sich bei dem US-Filmregisseur sogar entschuldigt hat. Er verrät, dass er 30 bis 40 Fragen in seine Interviews mitnimmt. Da sei es egal, ob die Gesprächszeit nur 20 Minuten oder weit länger dauert. Die Gründe dafür erläutert er ebenfalls. Mitunter schickt Martin Scholz sogar Fragen vorab an seine Interviewpartner – wenn diese oder deren Berater es von ihm verlangen. Vor allem Hollywood-Agenten würden dies tun, weil sie sicherstellen wollten, dass nur bestimmte Themen besprochen werden – und kein Wort darüber hinaus. Allerdings sagt Scholz auch: „Souveräne Interviewpartner wollen keine Fragen vorab.“

„In TV-Interviews wird mehr Theater gespielt.“

Auf die Frage, ob es für Martin Scholz einen Unterschied zwischen Gesprächen und Interviews gibt, sagt er: „Ein Interview ist für mich eher etwas Aktuelles, das einen bestimmten Nachrichtenstand behandelt. Ein Gespräch nimmt den Interviewten persönlich ernster. Es porträtiert und entwickelt sich.“ Und noch einen Unterschied stellt er fest: den zwischen geschriebenen und TV-Interviews. Im TV gehe es öfter um „Klamauk“. Er meint damit „eine Art von Zuspitzung, bei der die Zuspitzung das Alleinige ausmacht.“ Da sei es manchmal fast egal, wen der Journalist interviewe.

Auch er führt immer wieder mal Interviews für den TV-Sender Welt (hier ein beispielhafter Zusammenschnitt des Gesprächs mit dem britischen Filmregisseur Ridley Scott). „TV-Interviews sind für mich eine ernüchternde Erfahrung, weil ich festgestellt habe, dass dort mehr Theater gespielt wird.“ Einige Interviewpartner, die er zuvor auch schon für Print-Interviews gesprochen hatte, verhielten sich vor der Kamera ganz anders.

Martin Scholz in drei Folgen

Martin Scholz - Interviews führen
Martin Scholz 2017 in New York mit Robert Redford (Foto: Privat)

Hört rein in den zweiten Teil dieser Podcast-Mini-Serie mit Martin Scholz von der Welt am Sonntag. Wenn Ihr auch den ersten Teil hören möchtet, klickt einfach hier. Im dritten Teil wird es anderem um die Interviewverschriftlichung gehen.

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